Das große Schauspiel

In einer Welt, in der alles durch technischen Fortschritt sehr nah zu sein scheint, fühlt sich der Mensch auf paradoxe Weise oft verloren. Wie kann dies in einem Zeitalter geschehen, das sich durch technische Vernetzung und Fortschritt kennzeichnen ließe? Vielleicht weil die Menschen bei der Vielfalt an Möglichkeiten sich zu präsentieren, vergessen haben ehrlich miteinander zu sein. Sich Masken aufsetzen um nicht zeigen zu müssen, wer sie darunter wirklich sind. Solange verschiedene Rollen kompatibel miteinander sind, funktioniert dieses System.  Wird nun nicht auf das gewohnte Rollenschema reagiert, breitet sich Verwirrung und Unmut aus. Bedeutet verrückt sein nicht eigentlich nur, dass eine Inkompatibilität in Bezug auf die Norm oder ein System herrscht? Vielleicht sollte man sich an dieser Stelle fragen, wer überhaupt festgelegt was verrückt bedeutet und ab wann der Mensch als verrückt gilt?
Wenn ein Individuum versucht sich aus dem Rollenzwang zu lösen und aus dem Theater des Lebens auszutreten, wird sie mit Argwohn beäugt. Das was auf großen Bühnen geschieht und jubiliert wird, findet auch im privaten Leben statt und ist völlig normal für das alltägliche Leben geworden.  Auch wenn es sich auf eine gewisse Weise erleichternd anfühlen sollte sich hinter einer Fassade zu verstecken, schränken wir unser eigentliches Sein doch arg ein.
Lasst uns den Mut zur Ehrlichkeit und Authentizität wieder erlangen. Lasst uns wieder daran glauben, dass wir hinter dem Script unserer Lebensperformance wundervolle Wesen sind, die auch echt sein können und Schwächen haben dürfen. Gestehen wir uns ein, dass wir auch ohne dieses permanente Schauspiel lebensfähig sind.
In gewisser Weise brauchen wir diese Rollen natürlich, dennoch sollten wir uns nicht in ihnen verlieren und uns der gespielten Rollen gewahr werden. Jeder hat seine eigenen Fähigkeiten und ist einzigartig auf eine spezielle Art und Weise und daher nutzen wir Rollen auch um verschiedene Funktionen auszuführen.

Das Sein, die Seele oder wie man es auch nennen mag, sollte hierbei aber nicht untergehen, sondern teilhaben an diesem Spektakel.
Wenn wir in jungen Jahren keinen Spaß mehr an einem Spiel hatten, hörten wir einfach auf es zu spielen. Wenn dir eine Rolle, also ein Spiel nicht mehr zusagt, dann löse dich davon oder werde dir zumindest gewahr, dass dies nur eine Rolle und nicht du bist.

Wir sind weit mehr und können auch viel mehr als die Facetten die wir täglich zeigen. Also lasst uns damit abschließen uns selbst zu begrenzen. Es ist alles andere als ein Verbrechen sich selbst und auch das Leben zu lieben.
Treten wir aus den Schatten unserer Maskierungen hervor und erhellen wir mit der Schönheit und dem Leuchten des Seins diese Welt.

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