Wie läuft das mit der Wut?

Gefühle sind ein wunderschöner Teil des Menschen und auch die Wut gehört dazu.
Aber wie gehe ich in der heutigen Gesellschaft mit Wut um, die oft nicht ins Bild der „kultivierten“ Zivilisation passt? Ist Wut eigentlich schlecht? Was mache ich, wenn die Wut mich überwältigt?

Was ist Wut eigentlich?

Zunächst eine Definition:
„Wut, Basis- oder Primäraffekt, (…), eine intensivere Variante des Erlebens von Ärger, kann auf höherem Erregungsniveau mit aggressiven Impulsen gekoppelt sein; ist ähnlich wie Freude, Angst, Trauer, Ekel oder Überraschung vorrangig psychobiologisch fundiert und dient der Erweiterung/Verteidigung des Lebensraums bzw. der Sicherung von Grenzen. Wut ist mit einem gesteigerten vegetativen Erregungsniveau assoziiert und zeigt ein charakteristisches endokrinologisches Profil mit Anstieg von Noradrenalin und Testosteron bei gleichzeitig schwächerem Anstieg von Adrenalin.“
(https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/wut/17022)
Gefühle und insbesondere auch die Wut helfen uns dabei alltägliche Situationen zu bewältigen. Wut ist im evolutionsbiologischen Sinne also ein Verteidigungsmechanismus der Energie bereitstellt um zu schützen. Somit scheint Wut nichts böses zu sein sondern eine Reaktion unseres Körpers auf unsere Umwelt, welche zum Überleben gebraucht wird.

Was mache ich nun mit der Wut?
Nun befindest du dich aber gerade in einem Meeting, der Schule oder Uni, jemand provoziert oder beleidigt dich und am liebsten würdest du deinem Gegenüber an den Hals springen, laut los schreien oder angreifen, was also tun? Sie ignorieren oder verdrängen? Sie ausleben ohne Rücksicht auf die Konsequenzen?

Gefühle wollen anerkannt, akzeptiert und gefühlt werden.
Ist dies nicht der Fall, wird ein Gefühl also ignoriert, als unwichtig abgetan oder verdrängt, wird es solange in deinem innerem verharren bis du eines Tages bereit bist es zu fühlen. In manchen Fällen kann dies die Zeitspanne eines gesamten Lebens umfassen. Bei Wut ist dies besonders schwierig, da sie uns mit unglaublich viel Energie versorgt. Stelle dir bitte einmal vor was passiert, wenn du ein Mentos in eine Cola Flasche wirfst und den Deckel rechtzeitig zu schraubst.
Der Druck wird irgendwann nicht mehr gehalten werden können und das Gefäß platzt. Im übertragenen Sinne wäre dieses Platzen also ein körperliches Leiden oder ein Wutausbruch. Von Grund auf sind Gefühle flüchtiger Natur, sie kommen und gehen. Es sei denn wir blockieren ihren Abfluss mit einem Widerstand, den wird durch Verdrängung z.B erschaffen.

Umgang in 3 Schritten
1.Wahrnehmung
Um nicht gezwungen zu sein direkt nach einem Gefühl handeln zu müssen, sollte sich zunächst eine Achtsamkeit dafür entwickeln die Gefühle wahrzunehmen.
Meditation und Achtsamkeitsübungen sind hier zwei sinnvolle Instrumente um das wertungsfreie Wahrnehmen von Gefühlen zu üben.
Denn wie soll ich mit einem Gefühl umgehen, wenn ich nicht weiß das es da ist, bzw. das was ich spüre ein Gefühl ist?
2.Fühlen und akzeptieren
Wie bereits oben beschrieben sperren wir ein Gefühl ein wenn es verdrängt oder ignoriert wird. In extremen und langfristigen Fällen kann sich dies in psychosomatischen Symptomen äußern. Gefühle wollen erlebt und gespürt werden, denn es bringt nichts ein Gefühl zu leugnen, es ist ja bereits vorhanden.
Du darfst wütend sein.
Spüre deine Gefühle annehmend und sage „Ja“ zu ihnen. Wenn es hilft, kannst du auch Sätze denken wie „Es ist in Ordnung Wütend zu sein“ oder „Ich darf wütend sein“.
Damit gibst du deinen Gefühlen die Möglichkeit sich wieder aufzulösen.
3.Handlung
Da du nun weißt was du fühlst und dies auch akzeptierend tust, kannst du deine Handlung wählen und reagierst nicht „automatisch“. Es gibt nun die Möglichkeit seine Gefühle mit Worten auszudrücken, anstatt in einer unkontrollierten Handlung auszuagieren.
Zur Aussprache des Gefühls eignen sich Ich- Botschaft anstelle von Du-Botschaft.
Damit ist folgendes gemeint:
Anstatt: Du machst mich wütend weil… Du bist schlecht weil… Du hast das falsch gemacht…/
Ich bin wütend weil…  Es stört mich wenn…

Folgende Ideen um mit akuter Wut umzugehen:

Solltest du Zeit für dich haben, können dir folgende Dinge helfen:
-Sport treiben/körperliche Betätigung
-Gedanken aufschreiben
-in ein Kissen schreien
-ein Handtuch würgen
-Knautschball drücken oder gegen eine Wand werfen
-Schärfe im Mund
-Kälte auf der Haut (Eiswürfel oder kaltes Wasser)

Wenn du in einer sozialen Situation involviert bist, ist das Verlassen dieser Situation auch eine Option.

Wut ist also etwas ganz normales und die Frage ist nur, wie soll mit ihr umgegangen werden? Denn sie zu verdrängen, wie auch einfach an anderen auszulassen schadet ihnen und dir selbst.

Wenn du dich ohnmächtig gegenüber deiner Wut fühlst, können langfristig Entspannungstechniken wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung helfen um nicht so schnell von dieser starken Emotion vereinnahmt zu werden.
Wie oben bereits genannt, sind auch Meditation und Achtsamkeit sehr starke Werkzeuge um eine gute Wahrnehmung und einen Sinnvollen Umgang mit der Wut zu erlernen.

Zum Schluss bleibt zu sagen, Wut ist in Ordnung.
Es kann immer mal passieren wütend zu werden.
Es ist wichtig sich selbst mit Güte zu begegnen und Nachsicht zu haben.

Quelle:
http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/wut-und-aggression-strategie-zum-ablenken-vertreibt-aerger-a-898497.html

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