Schweigen mit Fremden

Einstieg, Ausstieg. Wieder. Und wieder.
Geschäftiges Treiben. Panische Blicke. Hetzen von A nach B.
Ich sehe vieles und doch sehe ich nichts. Die Flut ist zu groß.
Sie überschwemmt die Sinne in einem tosenden Tsunami der alles unter sich begräbt, sofern ich nicht aufpasse.

Die nächste Bahn.
Einstieg, Ausstieg. Wieder. Und wieder.
So begegnen sich jeden Tag unzählige Menschen und doch nicht wirklich.
Sie sehen einander nicht.
Sie achten einander nicht.
Was sind ihre Geschichten? Wie war ihr Tag? Was sie für Ziele und Ängste?
Woher kommen sie und wohin gehen sie?

Die nächste Bahn.
Einstieg, Ausstieg. Wieder. Und wieder.
Ich bin einer von ihnen. Sitze und schreibe, verstecke hinter Stift und Papier.
Fühle mich schwebend über der Menge, denn ich sehe sie. Beobachte sie.
Und doch…
Ich bin einer von ihnen. Nicht anders.
Gleich Wertvoll.

Die nächste Bahn. Meine Bahn.
Meine Reise setzt sich fort.
Ich tauche ein in den reißenden Strom und schwimme mit.
Wieder schweige ich mit Fremden.


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