Meditation der liebenden Güte

Das Kultivieren von Mitgefühl, Wohlwollen anderen gegenüber und einer grundlegend freundlichen Haltung ist elementar.
Besonders in Zeiten vieler gesellschaftlicher, wie auch globaler Krisen werden Menschen gebraucht die als leuchtende Flamme des Mitgefühls mit einer grundlegend wohlwollenden Haltung in die Welt gehen, um dieses Feuer auch bei anderen entfachen zu können.

Um diese Grundhaltung zu entwickeln gibt es im Buddhismus unter anderem die Metta Meditation, auch Meditation der liebenden Güte genannt.
In dieser Meditation spricht man wohlwollende Sätze zunächst zu sich selbst, anschließend zu verschieden Personen an die gedacht wird. Dabei handelt es sich z.B um eine Person die man gern hat, eine der man neutral gegenüber steht und eine die man nicht gerne mag, vielleicht sogar hasst.

Da es zunächst schwierig sein kann, einer Person die man nicht mag wohlwollen entgegen zu bringen, wird in der Vissuddhi-Magga (altes Buch der buddhistischen Tradition) empfohlen sich zunächst auf sich selbst und geliebte Personen zu beschränken.
Sollte dies also nicht gleich funktionieren, ist das völlig in Ordnung.

Hier ein Beispiel:
Grundlegendes zur Meditation findest du hier.

Hinführung:
Finde eine Position die für dich angenehm ist.
Schließe deine Augen. Atme tief ein- und aus. Sei dir deines Atems bewusst. Spüre wie sich dein Bauch beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt. Genieße es, deinem Atem Aufmerksamkeit zu schenken.

Durchführung:
Sprich nun die folgenden Sätze mehrfach zu dir selbst
-Möge ich glücklich und zufrieden sein
-Möge ich mich sicher und geborgen fühlen
-Möge ich gesund sein
-Möge ich leicht und unbeschwert durchs Leben gehen

Als nächstes denke an jemanden den du sehr gerne magst, vielleicht sogar liebe für diesen Menschen verspürst.
Sprich nun diese Sätze für diesen Menschen.
-Mögest du glücklich und zufrieden sein
-Mögest du sicher und geborgen fühlen
-Mögest du gesund sein
-Mögest du leicht und unbeschwert durchs Leben gehen
verabschiede dich nun von dieser Person

Stelle dir nun einen Menschen vor, dem du neutral gegenüber stehst
Sprich nun in deinem inneren die Sätze für diese Person.
-Mögest du glücklich und zufrieden sein
-Mögest du sicher und geborgen fühlen
-Mögest du gesund sein
-Mögest du leicht und unbeschwert durchs Leben gehen
verabschiede dich nun von dieser Person

Stelle dir nun einen Menschen vor, den du nicht magst
Sprich nun in deinem inneren die Sätze für diese Person.
-Mögest du glücklich und zufrieden sein
-Mögest du sicher und geborgen fühlen
-Mögest du gesund sein
-Mögest du leicht und unbeschwert durchs Leben gehen
verabschiede dich nun von dieser Person

Noch einmal zu dir
-Möge ich glücklich und zufrieden sein
-Möge ich mich sicher und geborgen fühlen
-Möge ich gesund sein
-Möge ich leicht und unbeschwert durchs Leben gehen

Rückführung:
Richte deine Aufmerksamkeit wieder auf deinen Atem. Spüre nun in deinen Körper hinein und komme wieder im hier und jetzt an.

Dies ist die Kurzfassung einer Anleitung.
Wenn du möchtest, kannst du sie für dich Aufnehmen (Smartphone z.B) und für deine eigene Meditation verwenden.
Die Sätze kannst du individuell anpassen, solltest du mit ihrem Wortlaut nicht zufrieden sein.
Ansonsten findest du hier eine geführte Meditation

Einfach betrachtet könnte man sagen dass durch diese Meditation die Bereitschaft zur Güte für andere Menschen und auch sich selbst trainiert wird.
Durch wiederholtes einüben können sich die grundlegenden Gefühle der Zufriedenheit und des Mitgefühls häufiger und deutlicher im Alltag einstellen.
Wie wäre es also mit einer täglichen Portion Güte für die Welt?
In diesem Sinne

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
-Mahatma Gandhi

Quellen:
-https://vipassana-metta.com/metta-meditation/
-Visuddhi-Magga (hier erhätlich https://aarencam.blogspot.com/2016/04/visuddhi-magga-oder-der-weg-zur.html)

Wer sich zudem für neurobiologische Hintergründe diesbezüglich interessiert, dem empfehle ich das folgende Buch:
„Hirnforschung und Meditation. Ein Dialog“ Singer, Wolf / Ricard, Matthieu



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