6 Inspirationen für bewusstes wandern

Durch die folgenden Inspirationen möchte ich dir einen Anreiz geben das Gehen bzw. Wandern aus einer anderen Perspektive zu betrachten und einen größeren Teil seines Potenzials zu nutzen.
Wenn du diese Ideen ausprobierst, wird deine nächste Wanderung ein Erlebnis ganz anderer Art sein.

Wandern bzw. Gehen im Allgemeinen hat etwas sehr ursprüngliches. Seit je her sind die Menschen zu Fuß unterwegs.
Durch immer günstigere, technische Fortbewegungsmittel hat sich unser Radius in dem wir uns bewegen können sehr stark vergrößert, die Bedeutung und Besonderheit der Fähigkeit des Gehens gerieten dadurch allerdings stark in Vergessenheit. So kommt es, dass wir uns heute extra die „Zeit nehmen müssen“ um zu gehen.
Deswegen möchte ich dir nun mit 6 Ideen inspirieren, wie du dich vielleicht wieder neu in diese einfache Tätigkeit verlieben kannst.

1. Achtsames Wandern
Wenn ich gehe, dann gehe ich!
In bestimmter Zeit willst du an einem bestimmten Ziel angekommen sein.
Beim achtsamen Gehen oder Wandern bewegst du dich mit einer Haltung fort, als wärst du bereits angekommen. Eine strikte Fokussierung auf ein Ziel ist also nicht notwendig, denn du bist ja bereits da wo du hin willst.
Warum möchtest du in diesem Moment eigentlich gehen?
Wenn du nur gehst um anzukommen, wirst du nach dem Erreichen des Ziels vielleicht feststellen das du den Weg verpasst hast.
Ist es dir schon einmal passiert, dass du an deinem Ziel ankamst und dich gefragt hast, habe ich während des Weges nicht aufgepasst oder „geschlafen“?
Dieses „Aufpassen“ ist Achtsamkeit.
Natürlich hast du oft ein Ziel wenn du wandern oder spazieren gehst, aber versuche beim nächsten mal den Weg als das Ziel zu betrachten und die Erreichung des geplanten Ortes als netten Zusatz.

2. Verlasse den geplanten Weg
Okay, zugegebenermaßen ist das nicht immer möglich, besonders nicht wenn du einem Zeitplan folgst. Dennoch finden sich manchmal wunderschöne Anblicke bereits wenige Meter von den Hauptwegen entfernt, besonders wenn es um Wanderrouten in der Natur geht. Riskiere also von deinem Plan abzuweichen, oder besser noch, plane einfach Pufferzeit ein, damit du in Ruhe neues erkunden kannst.
Oder findest du es nicht spannend auf Pfaden zu laufen, die kaum Fußabdrücke haben?

3. Erlaube dir zu spielen
Wenn man längere Zeit in Wäldern unterwegs ist, melden sich gelegentlich kindliche Anteile in uns, besonders wenn wir mit Kindern gemeinsam gehen.
Wir wollen dann auch spielen, rennen, springen, Steine werfen, über Äste balancieren, mit Stöcken kämpfen oder was auch immer uns einfällt.
Diese Impulse sind weder albern noch seltsam, sonder ein natürliches Bedürfnis das auch Erwachsene haben dürfen.
Während des Alltags vergessen wir diese Anteile nur allzu oft. Erlaube es dir bei der nächsten Gelegenheit, diesem Bedürfnis nachzugeben.

4.Bleibe mit deinem Körper in Kontakt
Schon klar, der läuft ja nicht von alleine, oder doch?
Mit diesem Kontakt ist ein Spüren des Körpers von innen heraus gemeint.
Schließe nach diesem Satz bitte einmal deine Augen und richte deine volle Aufmerksamkeit auf deine Hände oder Füße und versuche sie zu spüren.
Nach kurzer Zeit wirst du vielleicht sogar ein leichtes kribbeln bemerken.
Das, was Eckhardt Tolle den „inneren Körper“ nennt, könnte man schlicht als die Fähigkeit betrachten die Aufmerksamkeit auf deine Körperenergie zu lenken.
Dieser Kontakt mit deinem Körper lässt sich beim Wandern sehr gut üben.
Dazu versuchst du dich immer wieder an den Kontakt zu deinem Körper
zu erinnern während du gehst.
Wenn du diese Übung in deinen Alltag einbaust und dich jedesmal wenn du gehst versuchst von innen zu spüren, wird sich mit der Zeit eine starke innere Gelassenheit einstellen und du wirst anfangen deinen Körper besser zu verstehen.

5. Erst staunen, dann fotografieren
Wenn du etwas so schön findest das du ein Foto davon machen möchtest, dann nimm dir davor eine Minute Zeit es direkt zu betrachten.
Vermutlich kennst du das Gefühl dir ein altes Foto anzusehen und zu denken: „Dieses Bild ist nicht annähernd so schön wie ich es in Erinnerung habe.“
Diese Erinnerung nimmst du dir, wenn du nur bzw. zuerst die Umgebung durch die Linse einer Kamera betrachtest.
Versteh mich bitte nicht falsch, ich finde Fotos sind etwas wundervolles und möchte sie als Erinnerungen nicht missen wollen, allerdings glaube ich, dass es schade wäre wenn die direkte Erfahrung zu dem Foto fehlt.

6. Die schönsten Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst
Wie dieser Titel bereits verrät, hast du viel mehr Zeit auf die Schönheit der Umgebung zu achten, wenn du nicht an den Dingen „vorbei fliegst“.
Wenn du dich langsam bewegst, wird sich gleichzeitig auch dein Geist beruhigen und der Gedankenstrom nimmt ab, was es dir ermöglicht der Wahrnehmung deiner Sinne mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Was hörst du? Was siehst du? Wie fühlt sich der Wind auf deiner Haut an?
Was fühlst du gerade?
Vielleicht gehst du eine kurze Zeit während der Wanderung langsam, oder für eine bestimmte Strecke die du besonders schön findest, auf jeden Fall lohnt sich das Ausprobieren sehr. Diese Möglichkeit lässt sich auch sehr gut in den Alltag integrieren.
Der langsame Weg vom Auto oder der Bushaltestelle zur Haustür. Eine Treppe die du immer hinauf oder hinabgehst. Strecken die du in täglich wiederholt gehst, lassen sich gut mit dem bewussten und langsamen Gehen verbinden. Wenn du möchtest, können diese Strecke zu einer täglichen Entspannung und einem Abenteuer für dich werden.

Wenn dich eine der Inspirationen angesprochen hat und du sie gerne ausprobieren möchtest, dann fasse dir jetzt ein Herz, nimm deinen Kalender zur Hand und lege fest wann du es ausprobieren möchtest.
Ich wünsche dir eine gute und bewusste Wanderzeit und hoffe es geht dir dabei gut.

Der Titel (Inspiration Nr. 6) ist inspiriert durch das gleichnamige Buch des buddhistischen Mönchs „Haenim Sunim“

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