Du verstehst mich einfach nicht ! – Wie die Frage nach Bedürfnissen Türen öffnet

Mit Sicherheit kennst du das Gefühl in einem Konflikt zu sein und der/die andere versteht dich einfach nicht. Du versuchst deinen Standpunkt zu erklären, aber egal was du sagst, irgendwie scheint es nicht anzukommen.

Wie wäre es, wenn du auf einmal verstehst was der/die andere fühlt?
Wie wäre es, wenn Streitigkeiten wegen scheinbar belanglosen Themen nicht auf einmal zu größeren Konflikten mutieren?
Wie wäre es, wenn Menschen in Beziehungen miteinander, statt gegeneinander kommunizieren würden?

Welches Bedürfnis steckt dahinter?
Abgesehen von den Grundbedürfnissen haben wir Menschen viele verschiedene Bedürfnisse und den Wunsch diese zu erfüllen. Ich möchte in diesem Zusammenhang nicht wieder die Bedürfnispyramide nach Maslow heranziehen, sondern das Ganze aus kommunikativer Sicht betrachten.
„Wenn du Hungrig bis, wirst du zur Diva.“ „Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.“ Solche Werbeslogans scheint jeder in den tiefen des Unterbewusstseins gespeichert zu haben, aber abgesehen von den Grundbedürfnissen ist es manchmal schwierig zu verstehen was eine andere Person gerade möchte.
Ein Beispiel:
Du kommst nach einem anstrengenden Tag nach Hause und wünscht dir mit deinem/r Partner*in darüber zu sprechen und vom Tag zu erzählen. Diese/r verhält sich dir gegenüber abweisend. In Folge dessen wirst du wütend oder traurig weil du das Gefühl von Ablehnung empfindest-> es kommt zum Streit.
Zugegeben, ein Klassiker unter den Beispielen, aber leider kommt so etwas häufig vor.

Was ist also schief gelaufen?

Vielleicht hatte dein Gegenüber das Bedürfnis nach Ruhe, wobei du gerade das Bedürfnis nach Nähe und Austausch hast. Diese Bedürfnisse prallen nun unausgesprochen aufeinander. Hier ist es wichtig zu verstehen, dass es bei Bedürfnisse kein richtig oder falsch gibt. Zum Glück sind alle Menschen unterschiedlich und haben somit unterschiedliche Bedürfnisse.

Einer der größten Fehler ist allerdings davon auszugehen, dass andere Menschen die Welt genauso wahrnehmen wie ich selbst.

Die andere Person hat folglich kein verkehrtes, sondern nur ein anderes Bedürfnis in diesem Moment.

Okay, jetzt habe ich festgestellt das ich kommunizieren möchte und mein/e Partner*in nicht, in wie fern hilft mir das weiter?
Die Wahrnehmung ist Schritt 1. dann kann der Dialog folgen.

Spiegeln
Anstatt zu sagen: „Warum ignorierst du mich? “ könntest du deine Wahrnehmung offen legen wie z.B „Du antwortest kaum (Spiegel), kann es sein das du keine Lust hast zu reden? (Vermutung)“
Der erste Satz unterstellt Ignoranz wohingegen der zweite spiegelt und nach dem Bedürfnis hinter der Handlung fragt.

Genau wie ich in einem Spiegel meine Bewegungen erkenne, kann anderen Menschen ihre Handlung und Wirkung gespiegelt werden.

Was ist dir in diesem Moment wichtig?
Ich glaube das es einen Großteil der zwischenmenschlichen Konflikte nicht gäbe, wenn die Menschen versuchten zu verstehen was der anderen Person wichtig ist, um gemeinsam die Bedürfnisse zu befriedigen. Zwei Kernfragen mit unglaublicher macht dazu sind: Was ist mir wichtig? Was ist der anderen Person wohl wichtig?

Um das Beispiel aufzugreifen. Ich habe das Bedürfnis nach Mitteilung habe und die andere Person nach Ruhe. Wenn offen über diese Bedürfnisse gesprochen wird, könnte eine Einigung ergeben das ich erstmal telefonieren gehe und mit jemand anderen spreche. Zu einem späteren Zeitpunkt kann sich dann verabredet werden um gemeinsam über den Tag zu sprechen.

Oft haben wir das Gefühl unsere Bedürfnisse nur auf eine Art befriedigen zu können, wenn wir genauer hinsehen ist dies aber nicht der Fall.

Wenn wir uns in Beziehungen immer wieder Fragen was uns selbst und den anderen wichtig ist, können wir gemeinsam daran arbeiten das jede*r das bekommt was ihm/ihr in diesem Moment wichtig ist.

Ich bin mir sicher das es nicht immer Gewinn und Verlust geben muss. Wenn die Menschen sich öffnen und bereit sind sich aufeinander einzulassen, kann es nur Gewinn geben.
Das ganze beginnt wie immer …. bei dir .



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